„Wo es hinführen soll? Dort, wo es hinführt. Denn würde es nicht dort hinführen, dann soll es auch nicht dort hinführen. Also führt es ohnehin dort hin, wo es hinführen soll.“
-aus: Gut gegen Nordwind von Daniel Glattauer-
Noch 6 Monate bis Weihnachten.
Bin ich dann in Neuseeland? Oder doch in Indien in irgendeinem Ashram hängen geblieben?! Vielleicht hab ich ein Schweigeretreat angefangen. Ok…sehr unwahrscheinlich. Egal wo und womit, aber geht es mir gut? Bin ich glücklich? Zufrieden mit mir und meinen Entscheidungen? Hab ich Heimweh oder immer noch Fernweh? Und egal welches Weh, aber wonach? Gibt es dieses Jahr einen schlimmen Weihnachtsblues? Oder interessiert mich das, obwohl ich Weihnachten liebe, liebe, liebe, dieses Jahr alles nicht, weil im Sommer in Neuseeland, wenn ich denn da bin, gar keine Weihnachtsstimmung aufkommt? Oder biege ich genau deshalb einfach ganz anders ab, vielleicht links hoch nach Russland (ich weiß, dass da Norden ist…), nur um Schnee und Weihnachtsfeeling zu haben. Hab ich Vorsätze für das neue Jahr?
Vor kurzem erst musste ich mir unter einem Lachanfall sagen lassen, dass man(n) meinen Gedankensprüngen wirklich kaum folgen kann. Was da so alles in meinem Kopf vorginge…uiuiui. Und meist setzt ein Gedanke den nächsten frei. Wie beim Domino-Steine-Umwerfen-Spiel-Dings. Und gerade im Moment, wo ich mich gedanklich selbst überhole, weiß ich genau, was damit gemeint war.
Aber zurück zu Weihnachten. Wer weiß schon, was noch kommt. Das Leben läuft nicht schnurgerade. Wie langweilig wär das auch?! Und meist tun sich doch die interessantesten und verlockendsten Möglichkeiten auf, wenn man geglaubt hat, es gäbe keine anderen mehr. Nicht immer ein Segen. Ich frag mich dann immer, warum taucht dieser oder jener Job, Mann – was auch immer – gerade jetzt(!!!) auf. Was will das Schicksal damit sagen? Will es überhaupt was sagen oder ist alles blöder Zufall? Schlechtes Timing? Oder genau das Richtige? Jeder muss dafür seine eigene Wahrheit finden. Ich für meinen Teil glaube an eine Art Fügung. Daran, dass Dinge passieren sollen und die meisten erst im Nachhinein begreiflich werden. Einfach irgendwann einen Sinn ergeben, auch wenn der im Moment nicht ersichtlich ist. Das ist extrem beruhigend für hochprozentige Planungsperfektionisten wie mich.
Denn dafür nützen keine Pläne. Es hilft nur immer wieder auf seinen Bauch zu hören, und sich bei all den noch so verlockenden Optionen im Zweifel für sich selbst, für die eigenen Träume und das eigene Leben zu entscheiden, statt für einen aufgehübschten Kompromiss. Da gibt es auch kein richtig oder falsch, wenn man wirklich dahinter steht. Dann ist fast alles erlaubt. Dann ist das einfach für diese Zeit die richtige Entscheidung. Auch wenn man später vielleicht nicht noch einmal genau so entscheiden würde.
Ja…und wenn irgendwann im Nachhinein alles zusammen passt, dann sind das diese Glückspilztage, an denen man sicher ist, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. An denen alle Entscheidungen und Entwicklungen genau dafür gut waren, jetzt zu sein wer und wo man ist. Vielleicht auch an Weihnachten in Neuseeland.
Soweit die Überlegungen für die letzten 70 Tage.
Außerdem trennen mich noch 25 Arbeitstage, 19 Urlaubstage, 10 Wochenenden, 3 Impfungen, obwohl ich gerade heute behaupten würde, dass ich kaum noch eine mehr verkrafte, 2 Hamburgbesuche, 1 fünfter 29. Geburtstag, 1 Abflugparty, ein paar ungezählte Visaanträge, Kaffeetrink- und Essendates, Kirmesbesuche und letzte Treffen von meinem Abflug in die große, weite Welt.